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HR3 Klassik, Frankfurter Festhalle
Aktuellen Untersuchungen zufolge sind Medien immer häufiger Veranstalter von Events. Die Bandbreite reicht von Marketing- und PR-Veranstaltungen über Award-Verleihungen bis zu konzertanten Anlässen. Letztgenanntes bildet den Hintergrund für eine Aufführung des Werkes "The Planets" von Gustav Holst im Rahmen des Kirchentages in der Frankfurter Festhalle. Für die Aufführung hat der HR sein Rundfunkorchester aufgeboten.
Besonderheit der jetzigen Aufführung in der Festhalle war der Wunsch, die orchestrale Aufführung mit modernen Mitteln der Bühnenbeleuchtung zu ergänzen und so neue visuelle Eindrücke für die Zuhörer zu schaffen. Mit der Entwicklung eines entsprechenden Theaterlichtkonzeptes für eine 27 Meter breite und 17 Meter tiefe Bühne hat uns der Hessische Rundfunk im Auftrag der Firma Crystal Sound beauftragt.
Gustav Holst brachte zwischen 1914 und 1917 die astrologischen Eigenschaften der Planeten des Sonnensystems in eine orchestrale Form. Teils ruhige, teils kämpferische Themen machen dieses visionär und mystisch angehauchte Orchesterwerk zu einem Erlebnis. Der begeisterte Hobbyastrologe Holst charakterisierte seine "Planeten" als eine "Folge von Stimmungsbildern", in denen der Charakter der einzelnen Planeten musikalisch wiedergegeben werden sollte.
Für lichttechnische Umsetzung resultierten folgende Merkmale: Die Bildsprache des Lichtes war ausgerichtet auf insgesamt sieben verschiedene Lichtkompositionen. Die einzelnen Lichtinstallationen standen, wie auch die Musik, nur indirekt miteinander in Verbindung. Es gab somit keinen "roten Faden" für eine zusammenhängende Bildsprache, so wie es typisch gewesen wäre für die Programmmusik der damaligen Zeit.
Das Konzept hatte zwei tragenden Säulen. für jeden Planeten gab es ein individuelles Bild aus Projektion und Farbe. Die thematischen Vorgaben dafür entsprangen aus den Untertiteln selbst, die Gustav Holst seinen Planeten gegeben hat. Der teilweise bewußt plakative Einsatz von Strukturen und realen Gobo-Motiven sollte die Phantasie des Zuhörers anregen und Holst's Werk als modernes und radikales Werk mit provokativ-hypnotischer Wirkung präsentieren.
Die zweite Säule im Konzept bezog sich auf die effektvolle Ausleuchtunq des Orchesters und die Unterstützung von musikalischen Akzenten. Da eine fernsehgerechte und schattenfreie Beleuchtung der Musiker nur eine sekundäre Rolle spielte, nutzten wir neben der Bühnenrückwand und den Seitenflächen zusätzlich das Orchester als "Reflexions- und Beleuchtungsmedium".
Das Ungewöhnliche betraf hierbei insbesondere die Platzierung des Hauptführungslichtes. Dieses kam nicht von oben aus dem Rigg, sondern wurde überwiegend von Floor-Lampen übernommen. Wir stellten hierfür insgesamt 28 MAC600 Movinglights mit Washlinse als Floors vor die Bühne und seitlich in acht Gassen. Die Befestigung der Lampen in den Gassen erfolgte an senkrecht stehenden Traversen etwa 2,50 Meter über dem Bühnenboden. Durch diese Art der Beleuchtung erreichten wir eine wesentlich facettenreichere Ausleuchtung des Orchesters, als dies mit einer klassischen Ausleuchtung möglich gewesen wäre.
Insgesamt kamen folgende Scheinwerfer zum Einsatz
- 22 x Martin PAL FX Spiegelscanner mit komplett individueller Gobobestückung zur Projektion von Strukturen und Motiven
- 40 x Martin MAC 600 Moving Light als Washer zur Erzeugung von farbigen Flächen
- 13 x 6-er Bar CP62 zur Erzeugung von insgesamt drei verschiedenen Bühnen-Washes in rot, türkis und blau mit unterschiedlichen Kombinationen
- 5 ACL-Sätze zur Erzeugung akzentuierter Lichtstrahlen
- 12 Stufenlinsenscheinwerfer 2 kW, 10 Stufenlinsenscheinwerfer 1 kW und 5 Profilscheinwerfer mit 575 Watt-Lampe. Die Stufen- und Profilscheinwerfer dienten insbesondere zur Aufhellung des Orchesters.
Zu jedem Planeten-Thema gab es 18 gleiche Gobo-Motive, die flächendeckend auf dem Bühnenhintergrund und den seitlich angrenzenden Flächen projiziert wurden. Zusätzlich entwickelten wir für jedes Planeten-Thema bis zu vier teilweise bewußt plakative Einzelmotive, die mittig auf die flächendeckende Hintergrunddarstellung projiziert werden konnten.
Tontechnik
Für die äusserst anspruchsvolle Tontechnik/Beschallung zeichnete sich die Firma Crystal Sound aus Karlsruhe verantwortlich. Besonderheit hierbei war die Beschallung der akustisch äusserst schwierigen Frankfurter Festhalle mit einem nagelneuen Line-Arrey System von JBL, das "Vertec Line-Arrey".
Einer der grössten Vorteile eines solchen Systems gegenüber einem herkömmlichen Beschallungssystem ist die Beschallung über grössere Distanzen, ohne kostspielige und aufwendig zu installierende Delay-Lines verwenden zu müssen. Als Grund hierfür ist neben den besonderen Ausbreitungseigenschaften der Schallwellen eines solchen Systems (Zylinderwelle), vor allem der geringe Schallpegelabfall von nur -3dB bei Verdopplung der Distanz zu nennen. (Ein konventionelles System hat einen Pegelabfall von -6dB bei Verdopplung der Distanz).
So kam auch diese Produktion trotz der schwierigen Akustik der Frankfurter Festhalle komplett ohne Delay-Lines aus. Insgesamt wurden 12 Stacks pro Seite installiert, kombiniert mit 6 d&b 1220 und 2 d&b 402-Top als Nearfill. Als Pult kam das neue Digital-Pult "PM-1D" von Yamaha mit 96 Input-Kanälen, sowie ein 48-Kanal Pult von Macki zur Vormischung der Streicher zum Einsatz. Ausser zwei Lexicon 224 Effektunits wurden keine weiteren Sideracks benötigt, da die hochwertigen internen Effektunits des "PM-1D" keine weitere Peripherie nötig machte.
Die Vollmikrofonierung erfolgte mit folgenden Mikrofonen
- 72 x Shoeps, MK4, MK41, CCM4, CCM41
- 48 x Bruel & Kjaer 4061
InfoFernsehen- Fernsehen
- ZDF, Wetten dass..?
- VIVA, Comet
- Sat1, Das goldene Lenkrad
- ZDF, Ein Herz für Kinder, Benefizgala
- ARD, Mainz bleibt Mainz wie es singt und lacht
- ZDF, Oktoberfesteröffnung
- HR3, Klassikkonzert Festhalle Frankfurt
- ZDF, Expo2000, Eröffnungsgala
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- World Awards
- ZDF, Goldene Kamera
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